mkmuc
22.12.2002, 01:30:56
Jetzt hab ich ihn – leider nur leihweise von einem Geschäftsfreund und über das Wochenende - den Compaq Tablet-PC TC1000. Elegant kommt er mit seinem silbermetallic Gehäuse daher. Schaut aus, wie ein großer, gut gekleideter Bruder des IPAQ 3970. Nicht nur der Formfaktor, sondern auch die Verarbeitungsqualität hinterlässt einen guten Eindruck. Einen Geschwindigkeitsrausch bekommt man beim Arbeiten mit ihm allerdings nicht. Das liegt am Crusoe-Prozessor, der trotz seiner 1000 MHZ nicht allzu rasant werkelt, weil er den InteI emulieren muß. Dafür geizt der Crusoe mit Strom, eine Wärmeentwicklung ist kaum feststellbar und der TC 1000 arbeitet absolut geräuschlos. So ist es denn zu schaffen, den Tablet gut 4 Stunden im Dauereinsatz zu halten. Die von Compaq angegebenen 5 Stunden erscheinen mir etwas übertrieben.
Wenn man nicht das Keyboard des Compaq verwenden, sondern mit dem Stift direkt auf den Bildschirm schreiben will, kann man das Display entweder über die angeflanschte Tastatur klappen oder die Tastatur ganz lösen. Der Compaq schaltet dann automatisch das Display in das Hochformat um. Das Schreibgefühl bei der handschriftlichen Eingabe ist sehr angenehm. Ähnlich dem Schreiben auf Papier. Man hat das Gefühl, mit „richtiger“ Tinte zu schreiben. Locker schreibt man insbesondere dadurch, dass man während des Schreibens ohne weiteres den Handballen auf das Display legen kann. Das Schreiben mit einer Hand, während man mit der anderen den Tablet hält, geht zwar auch, ist allerdings etwas mühsam. Am besten klappt man zwei unter dem Tablet befindliche Kippfüße heraus und legt ihn vor sich auf den Tisch. Durch die Kippfüße liegt das Gerät leicht angewinkelt vor dem Anwender. Schreiben auf dem Schenkel oder gestützt durch die Tischkante funktioniert auch sehr gut.
Da ich glaube, dass die Zeicheneingabe auf dem Display und die Textübernahme in reguläre Anwendungen wahrscheinlich auf das größere Interesse stoßen, konzentriere ich mich im folgenden mal darauf.
Für die Zeicheneingabe stehen in einem Window, das sich „Tablet-PC-Eingabebereich“ nennt und sich jederzeit über die Taskleiste oder über ein Icon auf dem Gehäuse des Compaq öffnen lässt, die Register „Schreibblock (Englisch)“, „Schreibblock (Deutsch)“ und „Tastatur“ zur Verfügung. Der Eingabebereich lässt sich über den ganzen Bildschirm verschieben.
Bei „Tastatur“ handelt es sich um eine virtuelle QWERTZ-Softtastatur. Die „Schreibblöcke“ dienen der Handschrifterkennung. Handschriftlich schreibt man in einen umrandeten Bereich des Eingabefensters. Der aus der Handschrift konvertierte, maschinenlesbare Text erscheint in einem kleinen Fenster oberhalb des Eingabebereichs, wo er korrigiert werden kann. Ist man mit der Eingabe fertig, sendet man den Text in die geöffnete Anwendung an die Stelle, in die er eingefügt werden soll. Zusätzlich gibt es die Funktion „überall schreiben“, die jedoch auf das deutsche Wörterbuch nicht zugreift, sondern nur auf das U.S.-Englische und dementsprechend kaum deutsche Wörter erkennt. „Überall schreiben“ ermöglicht es, anstatt den vorgegebenen Eingabebereich nahezu jede Stelle des Bildschirms für handschriftliche Eingaben zu nutzen. Schade, dass das unverständlicherweise mit dem sonst zur Verfügung stehenden deutschen Wörterbuch nicht funktioniert. Ein „fettes Minus“ für Microsoft.
Hat man sich verschrieben oder hat das Programm ein handgeschriebenes Wort nicht erkannt, wählt man entweder das richtige Wort aus einer Vorschlagsliste oder korrigiert es durch Löschen der unrichtigen und Schreiben der richtigen Buchstaben. Ganz selten kommt es vor, dass sich die Handschrifterkennung trotz wunderbarster Schönschrift stur weigert, ein Wort zu erkennen. Dann hilft nur noch die Soft-Tastatur, die man schnell mit einen Klick auf den unter dem Eingabebereich befindlichen Registerreiter erreicht. Anschließend empfiehlt es sich, das korrigierte Wort in das Wörterbuch aufzunehmen. Zukünftig wird es dann einwandfrei erkannt. Für schwer schreibbare Symbole, wie z.B.das „@“-Zeichen, steht ein spezielles Symbolkeyboard zur verfügung.
Schreibt man so, dass die eigene Handschrift gut entzifferbar ist, erkennt sie auch der Tablet-PC in der Regel mühelos. Egal, ob Wort, einzelner Buchstabe, Symbol oder Zahl, der Handschriftkonvertierer erkennt alles gleich gut. Selten, dass er ein Wort auf Anhieb nicht identifiziert. Die Handschrifterkennung ist eine ganz hervorragende Sache. Da wird man als Calligrapher oder Transcriber Nutzer richtig neidisch. Die Sache geht allerdings bei hastig geschriebenen, Steno nicht unähnlichen Texten völlig daneben. Auch Geschmiere mag das Programm überhaupt nicht. Insoweit darf man eine Maschine verständlicherweise nicht überfordern.
Ein bisschen muß man sich schon auf die Handschrifterkennung einstellen. Palm-User haben es im Vergleich dazu mit Graffiti unendlich schwerer :). Calligrapher oder Transcriber Nutzer haben beim PPC den Vorteil, dass das etwas lästige Senden des erkannten Textes in die Anwendung entfällt. Sie müssen jedoch dafür eine um einiges schlechterere, langsamerere Worterkennung und ein weniger angenehmes Schreibgefühl in Kauf nehmen. Wer jedoch mit Calligrapher oder Transcriber zurecht kommt, der wird auf Anhieb mit den Tablet-PC eine Steigerung erfahren und begeistert sein. Tastatur-Freaks werden darüber meckern, dass sie mit der Handschrifterkennung nicht so schnell wie mit der Tastatur sind und, dass diese unvollkommen ist. Man darf jedoch nicht übersehen, dass man sich mit der Tastatur vertippen kann und die Korrektur mit der Handschrifterkennung meine Meinung nur etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt als die mit der Tastatur. So habe ich den gesamten Text dieses Beitrags (ca. 850 Wörter) mit der Hand geschrieben und musste nur ca. 50 mal korrigieren, wobei mir häufig sofort die korrekten Wörter aus der Vorschlagsliste angeboten wurden, obwohl das System noch nicht an meine Handschrift gewöhnt war. Das entspricht etwa einer Trefferzahl von 94%.
Ja, und dann gibt es noch die Möglichkeit, die Handschrift ohne Übersetzung in das Windows Journal oder in Office Anwendungen einzufügen. Letzteres geht aber nur, wenn man Microsoft Office XP-Erweiterungen für Tablet PCs (http://www.microsoft.com/germany/ms/windowsxp/tabletpc/office.htm) (kost nix) installiert hat. Handschriftlich kritzeln kann man ebenso in gelbe Klebezettel, die auch Sprachnotizen aufnehmen.
Im Journal kann man das Handgeschriebene markieren und anschließend mit dem Befehl "in Text kopieren" konvertieren und in eine beliebige Anwendung einfügen. Oder man weist das Programm an, den Text direkt in Outlook Aufgaben oder Kalender zu übertragen.
Noch Fragen zum TC1000 bzw. zu XP for Tablet-PC’s? Nur zu, wenn ich sie beantworten kann, gerne :D
Wenn man nicht das Keyboard des Compaq verwenden, sondern mit dem Stift direkt auf den Bildschirm schreiben will, kann man das Display entweder über die angeflanschte Tastatur klappen oder die Tastatur ganz lösen. Der Compaq schaltet dann automatisch das Display in das Hochformat um. Das Schreibgefühl bei der handschriftlichen Eingabe ist sehr angenehm. Ähnlich dem Schreiben auf Papier. Man hat das Gefühl, mit „richtiger“ Tinte zu schreiben. Locker schreibt man insbesondere dadurch, dass man während des Schreibens ohne weiteres den Handballen auf das Display legen kann. Das Schreiben mit einer Hand, während man mit der anderen den Tablet hält, geht zwar auch, ist allerdings etwas mühsam. Am besten klappt man zwei unter dem Tablet befindliche Kippfüße heraus und legt ihn vor sich auf den Tisch. Durch die Kippfüße liegt das Gerät leicht angewinkelt vor dem Anwender. Schreiben auf dem Schenkel oder gestützt durch die Tischkante funktioniert auch sehr gut.
Da ich glaube, dass die Zeicheneingabe auf dem Display und die Textübernahme in reguläre Anwendungen wahrscheinlich auf das größere Interesse stoßen, konzentriere ich mich im folgenden mal darauf.
Für die Zeicheneingabe stehen in einem Window, das sich „Tablet-PC-Eingabebereich“ nennt und sich jederzeit über die Taskleiste oder über ein Icon auf dem Gehäuse des Compaq öffnen lässt, die Register „Schreibblock (Englisch)“, „Schreibblock (Deutsch)“ und „Tastatur“ zur Verfügung. Der Eingabebereich lässt sich über den ganzen Bildschirm verschieben.
Bei „Tastatur“ handelt es sich um eine virtuelle QWERTZ-Softtastatur. Die „Schreibblöcke“ dienen der Handschrifterkennung. Handschriftlich schreibt man in einen umrandeten Bereich des Eingabefensters. Der aus der Handschrift konvertierte, maschinenlesbare Text erscheint in einem kleinen Fenster oberhalb des Eingabebereichs, wo er korrigiert werden kann. Ist man mit der Eingabe fertig, sendet man den Text in die geöffnete Anwendung an die Stelle, in die er eingefügt werden soll. Zusätzlich gibt es die Funktion „überall schreiben“, die jedoch auf das deutsche Wörterbuch nicht zugreift, sondern nur auf das U.S.-Englische und dementsprechend kaum deutsche Wörter erkennt. „Überall schreiben“ ermöglicht es, anstatt den vorgegebenen Eingabebereich nahezu jede Stelle des Bildschirms für handschriftliche Eingaben zu nutzen. Schade, dass das unverständlicherweise mit dem sonst zur Verfügung stehenden deutschen Wörterbuch nicht funktioniert. Ein „fettes Minus“ für Microsoft.
Hat man sich verschrieben oder hat das Programm ein handgeschriebenes Wort nicht erkannt, wählt man entweder das richtige Wort aus einer Vorschlagsliste oder korrigiert es durch Löschen der unrichtigen und Schreiben der richtigen Buchstaben. Ganz selten kommt es vor, dass sich die Handschrifterkennung trotz wunderbarster Schönschrift stur weigert, ein Wort zu erkennen. Dann hilft nur noch die Soft-Tastatur, die man schnell mit einen Klick auf den unter dem Eingabebereich befindlichen Registerreiter erreicht. Anschließend empfiehlt es sich, das korrigierte Wort in das Wörterbuch aufzunehmen. Zukünftig wird es dann einwandfrei erkannt. Für schwer schreibbare Symbole, wie z.B.das „@“-Zeichen, steht ein spezielles Symbolkeyboard zur verfügung.
Schreibt man so, dass die eigene Handschrift gut entzifferbar ist, erkennt sie auch der Tablet-PC in der Regel mühelos. Egal, ob Wort, einzelner Buchstabe, Symbol oder Zahl, der Handschriftkonvertierer erkennt alles gleich gut. Selten, dass er ein Wort auf Anhieb nicht identifiziert. Die Handschrifterkennung ist eine ganz hervorragende Sache. Da wird man als Calligrapher oder Transcriber Nutzer richtig neidisch. Die Sache geht allerdings bei hastig geschriebenen, Steno nicht unähnlichen Texten völlig daneben. Auch Geschmiere mag das Programm überhaupt nicht. Insoweit darf man eine Maschine verständlicherweise nicht überfordern.
Ein bisschen muß man sich schon auf die Handschrifterkennung einstellen. Palm-User haben es im Vergleich dazu mit Graffiti unendlich schwerer :). Calligrapher oder Transcriber Nutzer haben beim PPC den Vorteil, dass das etwas lästige Senden des erkannten Textes in die Anwendung entfällt. Sie müssen jedoch dafür eine um einiges schlechterere, langsamerere Worterkennung und ein weniger angenehmes Schreibgefühl in Kauf nehmen. Wer jedoch mit Calligrapher oder Transcriber zurecht kommt, der wird auf Anhieb mit den Tablet-PC eine Steigerung erfahren und begeistert sein. Tastatur-Freaks werden darüber meckern, dass sie mit der Handschrifterkennung nicht so schnell wie mit der Tastatur sind und, dass diese unvollkommen ist. Man darf jedoch nicht übersehen, dass man sich mit der Tastatur vertippen kann und die Korrektur mit der Handschrifterkennung meine Meinung nur etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt als die mit der Tastatur. So habe ich den gesamten Text dieses Beitrags (ca. 850 Wörter) mit der Hand geschrieben und musste nur ca. 50 mal korrigieren, wobei mir häufig sofort die korrekten Wörter aus der Vorschlagsliste angeboten wurden, obwohl das System noch nicht an meine Handschrift gewöhnt war. Das entspricht etwa einer Trefferzahl von 94%.
Ja, und dann gibt es noch die Möglichkeit, die Handschrift ohne Übersetzung in das Windows Journal oder in Office Anwendungen einzufügen. Letzteres geht aber nur, wenn man Microsoft Office XP-Erweiterungen für Tablet PCs (http://www.microsoft.com/germany/ms/windowsxp/tabletpc/office.htm) (kost nix) installiert hat. Handschriftlich kritzeln kann man ebenso in gelbe Klebezettel, die auch Sprachnotizen aufnehmen.
Im Journal kann man das Handgeschriebene markieren und anschließend mit dem Befehl "in Text kopieren" konvertieren und in eine beliebige Anwendung einfügen. Oder man weist das Programm an, den Text direkt in Outlook Aufgaben oder Kalender zu übertragen.
Noch Fragen zum TC1000 bzw. zu XP for Tablet-PC’s? Nur zu, wenn ich sie beantworten kann, gerne :D