PDA

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ThinBlueLine
01.04.2006, 13:34:03
Hallo Leute,

habe mich gerade hier angemeldet, weil ich mir hier ein paar fachkundige Ratschläge erhoffe. Ich besitze zur Zeit keinen PDA, hatte auch noch nie einen und bin somit ziemlich unkundig, was die Dinger angeht. Allerdings soll sich das ändern, denn ich brauche mal wieder ein neues Spielzeug... :)

Zu meiner Person: ich bin Polizeibeamter im Streifendienst und würde einen PDA auch für dienstliche Zwecke nutzen. Ich bringe beruflich ziemlich viel Zeit damit zu, ein Notizbuch nach dem anderen mit Personalien, Notizen, Vermerken, Skizzen etc. zu füllen und würde das nun gerne mal elektronisch probieren.

Da ich von PDAs wie gesagt nichts verstehe, möchte ich hier gerne mal fragen, ob mir jemand bei der Auswahl des OS, der passenden Software und evtl. des Modells behilflich sein könnte.

Hier ist mein Anforderungskatalog an das Gerät...


- Speicherung von vielen Personaldaten, Notizen, Skizzen, Ereignissen

- Personalien sollten mit individuellen Titeln versehen werden können (Beschuldigter, Zeuge, Unfallbeteiligter etc.)

- Personalien sollten in verschiedene Kategorien eingeordnet und angezeigt werden (dienstlich, privat etc.)

- Anlegen und Bearbeiten von Ereignissen, die bereits in der Vergangenheit liegen (der Kalender meines Handys läßt sowas nicht zu und weist mich immer darauf hin, daß der Termin schon verstrichen ist). Die Software sollte also kein reiner Terminer sein, sondern genauso als Ereignisdokumentation dienen.

- Alle o.g. Daten sollten untereinander möglichst vielfältig verknüpfbar sein (Ereignis mit Personalien der Beteiligten und Vermerk über den Hergang etc.)

- Ereignisse sollten nicht nur Titel und Zeitpunkt erhalten, sondern auch Felder für Details wie Ort, weitere Kategorisierung dienstlich/privat etc.

- Stimmaufzeichnung, um direkt vor Ort Berichte zu diktieren

- Verarbeitung von Dateien in gängigen Office-Formaten, um relevante Gesetze/Verordnungen/Erlasse draußen nachgucken zu können

- Routenplaner mit detailreichen Straßenkarten, um Örtlichkeiten schon bei der Anfahrt zum Einsatz beurteilen zu können

- Navi ist erstmal nicht nötig, vielleicht später für privat

- MP3 für die Pause :)


Gibts sowas oder ist das utopisch? :)

Die Sache ist für mich übrigens erstmal ein kleines Versuchsprojekt, weil ich noch ausprobieren muß, wie sinnvoll bzw. praktikabel es ist, draußen auf der Straße Sachen in einen PDA zu hacken. Deshalb würde ich zunächst kein kleines Vermögen in so ein Teil stecken, sondern mich bei Ebay nach einem Schnäppchen umgucken. Privat beschränkt sich mein Organisationsbedarf sowieso auf ein paar Telefonnummern, Adressen und Geburtstagen :)


Danke schonmal im Voraus...

rotakiwi
01.04.2006, 13:47:48
Hallo und erstmal herzlich willkommen hier im Forum,

MP3 in der Pause kann jeder Pocket PC ;)
Geht mit dem integrierten Windows Media Play oder mit MortPlayer:
http://www.sto-helit.de/

Office und Dokumente: es gibt den Adobe Reader für Pocket PC, Word Mobile, Excel Mobile kostenlos und diverse weitere (kostenpflichtige) Schreibprogramme.

Du könntest für Deine dienstlichen Sachen den PIM-Bereich des Pocket PCs benutzen. Da gibt es einen Kalender (nicht nur Terminplaner), das Kotakte-Verzeichnis (für die Personen) etc. Allerdings könntest du dann diesen Bereich nicht privat nutzen und die Datein, die dann mit Outlook abgeglichen wären, wären dann auch dienstlich. Es gibt außer der integrierten Software z.B. Agenda Fusion oder Pocket Informant als bequemere PIM-Software.
Die Dateuien lassen sich teilweise miteinander verknüpfen.

Straßenkarten: wie Du weißt, ist Navi möglich. Wie detailliert die Karten sind, kannst Du ja einfach mal bei den Herstellern gucken. Außerdem gibt es noch diese Pocket Streets, Stadtpläne, aber ich weiß auch da nicht, ob sie für den Dienst detailliert genug sind.

Am besten du besuchst einfach mal ein regionales Usertreffen.

MfG Victor

Bierhumpen
01.04.2006, 13:50:51
hmm wenn ich ehrlich bin würde ich keinen digitalen notizblock nehmen.. wirkt ein wenig affig wenn ein polzist auf einmal einen PDA zückt. desweiteren ist es umständlicher. an-aus... BAtterie alle, usw. Schlecht einsetzbar bei schlechtem Wetter und in Momenten wo man es ganz fix braucht.

Also das ist so meine stellung dazu.
Ansonsten würde ich auf keinen Fall WM05 Nehmen.. Zu unzuverlässig für diesen Einsatz!

ThinBlueLine
01.04.2006, 14:00:26
Na ja, wenn der Kasten gerade nicht will, kann ich ja immer noch auf die Low-Tech-Lösung zurückgreifen und den ollen Notizblock wieder rausholen :)

Übrigens gibt es in Großbritannien und den USA schon einige Polizeidienststellen, die ihre Mitarbeiter mit PDAs ausstatten.

rotakiwi
01.04.2006, 14:20:33
Na ja, wenn der Kasten gerade nicht will, kann ich ja immer noch auf die Low-Tech-Lösung zurückgreifen und den ollen Notizblock wieder rausholen :)

Übrigens gibt es in Großbritannien und den USA schon einige Polizeidienststellen, die ihre Mitarbeiter mit PDAs ausstatten.

Dann könntest du die Kollegen einfach mal anmailen und fragen, ob diese Software auch exportiert wird. ;-)

Lady Morgaine
01.04.2006, 14:24:59
Hallo!
Das Problem liegt hier weniger beim PDA, sondern beim Finden geeigneter Software. Meine Ansprüche an Ereignisverwaltung ähneln teilweise deinen Erfordernissen. Ich habe mir eigene Lösungen aus verschiedener Software zusammengebastelt. Richtig optimal ist das aber nicht.
Riesige Probleme wirst du bekommen, wenn du per PDA zum Beispiel einen Unfall aufnehmen willst. Im Beisein der Beteiligten einen Sachverhalt mit dem Stift einzugeben..... Viel Spaß.
Es gibt zwar Programme wie CalliGrapher, mit denen du relativ flott schreiben kannst. Die versagen aber immer dann, wenn es peinlich wird. Damit habe ich so meine Erfahrungen....
Oder du arbeitest den verkorksten Text später nach.

Was sehr gut funktioniert, ist das Diktieren. Dafür gibt es auch sehr komfortable Programme.

ThinBlueLine
01.04.2006, 14:33:21
Dann könntest du die Kollegen einfach mal anmailen und fragen, ob diese Software auch exportiert wird. ;-)

Das würde ich ja glatt tun... aber leider sind die PDAs dort u.a. Teil eines dienststellenspezifischen Vorgangsbearbeitungssystems, das mir hier als einzelner Beamter buchstäblich nix nützen würde :)

Da sowas bei uns vermutlich noch ewig lange dauern wird (falls es denn überhaupt mal kommt), geht es für mich nur darum, eine praktikable Möglichkeit für mich alleine mit handelsüblichen Anwendungen zu finden.

ThinBlueLine
01.04.2006, 14:41:26
Hallo!
Das Problem liegt hier weniger beim PDA, sondern beim Finden geeigneter Software. Meine Ansprüche an Ereignisverwaltung ähneln teilweise deinen Erfordernissen. Ich habe mir eigene Lösungen aus verschiedener Software zusammengebastelt. Richtig optimal ist das aber nicht.
Riesige Probleme wirst du bekommen, wenn du per PDA zum Beispiel einen Unfall aufnehmen willst. Im Beisein der Beteiligten einen Sachverhalt mit dem Stift einzugeben..... Viel Spaß.
Es gibt zwar Programme wie CalliGrapher, mit denen du relativ flott schreiben kannst. Die versagen aber immer dann, wenn es peinlich wird. Damit habe ich so meine Erfahrungen....
Oder du arbeitest den verkorksten Text später nach.

Was sehr gut funktioniert, ist das Diktieren. Dafür gibt es auch sehr komfortable Programme.

Hm, ich will ja nicht den kompletten druckreifen Ereignistext für die Unfallanzeige vor Ort schreiben... in mein Notizbuch kommen auch immer nur stichwortartige Kurzvermerke, die ich am Rechner in der Dienststelle dann ausformuliere. Alles andere wäre auch völlig unmöglich.

Das mit dem Diktieren klingt aber ziemlich interessant. Ich habe gelegentlich mal Tatortaufnahmen und Vernehmungen mit einem herkömmlichen Diktiergerät gemacht; das ging ziemlich gut.

Was du über das Software-Problem sagtest, klingt einleuchtend. Ich müßte sowieso erstmal ermitteln, ob für mich ein Palm oder ein Pocket PC mehr Sinn macht. Für ersteren wurde mir von einem US-Kollegen übrigens mal Agendus Pro von Iambic für meine genannten Zwecke empfohlen... ich werde mir mal ein paar Testberichte besorgen müssen.

knight14th
01.04.2006, 14:47:56
Das Problem ist eher, dass du aus datenschutzrechtlichen Gruenden keinen PDA dazu verwenden darfst personenbezogene Daten zu speichern! Privat kannst du machen was du willst, aber dienstlich darst du den PDA nicht benutzen. Ich empfehle dir dich an die entsprechende Stelle deiner Dienststelle zu wenden, z.b. den Datenschutzbeauftragten und solche Sachen mit ihm absprechen.

ThinBlueLine
01.04.2006, 14:50:52
Hm... das ist ein guter Einwand, an den ich noch gar nicht gedacht habe.

Andererseits halte ich die ganzen personenbezogenen Daten ja jetzt auch schriftlich in meinem Notizbuch fest und bin sogar verpflichtet, diese Aufzeichnungen über einen Zeitraum von fünf Jahren nicht wegzuschmeißen.

Iwan
01.04.2006, 15:03:01
Auf alle Fälle dieses Blaulicht (http://www.ppc-welt.info/community/showthread.php?t=51875) und dazu passend dieses Martinshorn (http://www.ppc-welt.info/community/showthread.php?p=432273#post432273) installieren :D



http://www.inntalinfo.de/apboard/pics/MDA.gif (https://after-sales-service.t-mobile.de/eg_online/t-mobile/t_mda_1.htm) Mda1 (https://after-sales-service.t-mobile.de/eg_online/t-mobile/t_mda_1.htm) http://www.inntalinfo.de/apboard/pics/XDA2.gif (http://www.xda-zone.de/thread.php?id=9078&start=1&seuser=&sepost=#0) Xda2 (http://www.xda-zone.de/thread.php?id=9078&start=1&seuser=&sepost=#0) http://www.xda-zone.de/pics/xdas.jpg (http://shop2.o2online.de/o2/interessenten/necos/details/index.html?docs=4813534&contractId=O-GEN-H-NEW&salesChannel=SHOP&tabName=detail) Xdalli ( http://shop2.o2online.de/o2/interessenten/necos/details/index.html?docs=4813534&contractId=O-GEN-H-NEW&salesChannel=SHOP&tabName=detail) http://www.xda-zone.de/pics/MDA2.gif (http://www.inntalinfo.de/apboard/thread.php?id=5438&start=1&seuser=&sepost=#3) Mdalli (http://www.inntalinfo.de/apboard/thread.php?id=5438&start=1&seuser=&sepost=#3) http://www.mcinternet.net/iwan/images/xda_exec.gif (http://www.my-xda.com/xdaexec.html) Xda Exec (http://www.my-xda.com/xdaexec.html)

Leertaste
01.04.2006, 15:16:39
Für mich spricht ein Grund für Dein Projekt "Dienst-PDA" absolut dagegen: die Zuverlässigkeit der Dinger. Es wäre sehr peinlich, wenn Dir nach einem Unfallprotokoll der PDA abschmiert (und das tun die Dinger!) und Dein Unfallbericht hinfort ist. Selbst wenn Du die Daten auf SD-Karte speicherst oder in den Flash-RAM, kannst Du nicht 100%ig davon ausgehen, dass Du Deine Daten am nächsten Tag noch hast. Ich spreche voll und ganz aus Erfahrung, da ich schon 7 Jahre PDA-Erfahrung habe und mir schon Sachen passiert sind...

Ausserdem ist die Größe des Displays für Notizen und größeren Informationsanzeigen nicht wirklich geeignet. Ein Tablet-PC wäre da besser. Beide Systeme haben aber auch wiederum Nachteile bei greller Sonneneinstrahlung. Da stehst Du auf der Kreuzung bei einem Unfall und siehst fast nix auf den Bildschirmen. Und die Eingabe der Buchstaben ist auf einem PDA viel zu unzuverlässig, wenn es schnell gehen soll. Da habe ich auch schon alles mögliche getestet. Du blamierst Dich nur vor Deinen Bürgern mit einem PDA.

ThinBlueLine
01.04.2006, 15:20:38
Für mich spricht ein Grund für Dein Projekt "Dienst-PDA" absolut dagegen: die Zuverlässigkeit der Dinger. Es wäre sehr peinlich, wenn Dir nach einem Unfallprotokoll der PDA abschmiert (und das tun die Dinger!) und Dein Unfallbericht hinfort ist. Selbst wenn Du die Daten auf SD-Karte speicherst oder in den Flash-RAM, kannst Du nicht 100%ig davon ausgehen, dass Du Deine Daten am nächsten Tag noch hast. Ich spreche voll und ganz aus Erfahrung, da ich schon 7 Jahre PDA-Erfahrung habe und mir schon Sachen passiert sind...


Das klingt ja echt ungemütlich... ich bin ja von meinen eigenen PC-Basteleien über die Jahre einiges gewohnt, aber ich hätte nicht gedacht, daß PDAs tatsächlich so unzuverlässig sind ;)

Leertaste
01.04.2006, 15:24:53
Naja, ich will ja nicht sagen, dass die Dinger generell unzuverlässig sind. Sie haben allerdings die Eigenschaft, genau zu wissen, dass man einen Absturz gerade jetzt nicht brauchen kann... und dann tun sie's :o

hobbybastler
01.04.2006, 15:42:11
Die Polizei sollte Computer in Ihre Fahrzeuge bekommen, so wie in den Staaten üblich, das wäre ein hilfreiches Mittel. Einen PDA im Polizei-Dienst finde ich auch für eine Krücke, die nicht wirklich hilfreich ist. Durch den Rettungsdienst und Feuerwehr kenne ich recht gut die Anforderungen der Polizei, und würde höchstens einem Tablet-PC eine Chance geben. Allerdings aufgrund des Umganges sollte es dann schon ein Toughbook oder vergleichbares sein.
Aus diesem Grund wird auch wohl für den Rettungsdienst noch kein richtiges Computersystem zur Dokumentation auf dem Markt sein, dort gibt es lediglich ein paar Pilotprojekte.
Einzig gute automatische Dokumentation im Rettungsdienst: Corpuls 08/16, der automatisch Puls; Blutdruck: Temp; SpO2; EKG (auch 12 Kanal); defibrillation; Kartendaten der Versicherungskarte; und auf Knopfdruck man. Ereignisse speichert. Allerdings bei dem man. Ereigniss beginnt es schon: das Menüsystem was hinter diesem Knopf steckt ist während der Hilfeleistung am Patienten zu Zeitaufwendig.

Die Technik wird aber sicher in den nächsten 5 Jahren wieder ordentliche Quantensprünge erreicht haben, und die Pilotprojekte des RDs werden wohl in Flächenmodelle umgewandelt. Gleichzeitig die Einführung des Tetra und steigende Rechenleistung bei hoffentlich geringerem Stromverbrauch... Ich wette drauf. das wir in 7 Jahren die Arbeit der Polizei und die des Rettungsdienstes nicht mehr so erleben wie wir heute unseren Job ausüben, bzw. da bleiben nur noch die Basics..

knight14th
01.04.2006, 16:14:31
Hm... das ist ein guter Einwand, an den ich noch gar nicht gedacht habe.

Andererseits halte ich die ganzen personenbezogenen Daten ja jetzt auch schriftlich in meinem Notizbuch fest und bin sogar verpflichtet, diese Aufzeichnungen über einen Zeitraum von fünf Jahren nicht wegzuschmeißen.

Das ist ein anderes Paar Schuhe. Es geht hier ja auch um eine elektronische Art der Speicherung. Und diese Form ist in diesem Fall nicht zulässig. Wie gesagt, wende dich mal an einen Datenschutzbeauftragen. Am besten einen, der sich wirklich mit der Materie auskennt; z.B. der jeweilige Landesdatenschutzbeauftragte. Rein rechtlich darf ein Lehrer nicht einmal eine Liste seiner Schüler auf seinem privaten Computer haben. Und das ist auch gut so :)

Blacky12
01.04.2006, 16:28:07
Hi,

ich weiß nicht, bei welcher LaPo du bist, aber bei uns in MV würdest du den PDA nicht ersetzt bekommen, wenn er dir im Einsatz kaputt geht. Bei uns wird schon vorrausgesetzt, dass du ein Handy im Dienst hast, aber du bekommst es nicht ersetzt, wenn es beschädigt wird oder verloren geht. Ist leider schon mehrfach passiert. Und ein PDA kosstet etwas mehr Geld als als Handy. Das würde ich mir überlegen. Und aus eigener Erfahrung: Ein Notizbuch musst du nicht wie ein rohes Ei behandeln, im Gegensatz zum PDA. Schließlich kannst du nicht, wenn die Situation eskaliert, zum polizeilichen Gegenüber sagen "Moment, ich muss erst mal meinen PDA woanders hin tun."

Viele Grüße

Blacky

Tron
01.04.2006, 16:58:28
"Moment, ich muss erst mal meinen PDA woanders hin tun."


Cool wärs schon - errinnert mich an Transporter II: "Moment mal - der Anzug ist frisch gereinigt!" :)

SmallTownMan
01.04.2006, 16:59:39
Alle mir bisher bekannten Projekte dieser Art nutzen Onlineverbindungen und Datenbankzugriffe. Es werden keine Daten auf dem Gerät gespeichert. Sondern der PPC dient nur als Eingabe/Ausgabegerät.
Gründe wurden oben schon reichlich genannt. Digitale Daten sind einfach zu "flüchtig". Sollte ein PPC nass werden, runter fallen oder einfach nur ausversehen (z.B. auch durch Fehlbedienung) ein Datensatz zerstört werden, ist die Chance auf Rekonstruktion der Daten sehr gering.
Ein Notizblock kann nass oder schmutzig werden, zerknüllt oder runtergeworfen werden. An die Daten kommt man immer wieder ran.

ThinBlueLine
01.04.2006, 18:07:43
Oh, ich sehe, ich bin bei weitem nicht der einzige Schutzmann an Bord :)

Tja, daß man privat beschafftes Equipment auf eigenes Risiko verwendet und im Schadensfall nix wiederkriegt, ist schon klar. Damit muß man halt leben, wenn man sich nicht nur auf die paar Dinger beschränken will, die der Dienstherr einem spendiert. Ich hatte allerdings auch nicht gerade vor, bei einer Schlägerei mit dem PDA in der Hand auszusteigen... :)

Eure Argumente bezüglich der Verwendung eines PDA als elektronisches Merkbuch sind aber recht überzeugend... ich werde wohl eher davon absehen. Allerdings finde ich die Möglichkeit eines Einsatzes als Vorschriftensammlung/Diktiergerät/Stadtplan und in meinem Fall Gedächtnisersatz ;) nach wie vor recht interessant.

Ach was, drauf geschissen, eigentlich suche ich nur eine Ausrede für den Kauf eines neuen Spielzeugs... :D

Vielen Dank für eure Ratschläge.

hobbybastler
01.04.2006, 18:28:33
Dafür könntest Du Dir ja folgende Seite auf eine Speicherkarte ziehen: http://bundesrecht.juris.de/aktuell.html

ThinBlueLine
01.04.2006, 19:20:28
Ja, sowas ähnliches hatte ich mir auch gedacht.

Bubisch
01.04.2006, 19:43:14
Aus diesem Grund wird auch wohl für den Rettungsdienst noch kein richtiges Computersystem zur Dokumentation auf dem Markt sein, dort gibt es lediglich ein paar Pilotprojekte.

Natürlich hängt das auch von den jeweiligen Strutkuren in den Bundesländern ab: Ich jedoch denke dennoch, dass es eher ein Problem verkrusteter, veralteter Strukturen und fehlende Professionalität allerorten ist: Kurzfristig gesehen ist die Beschaffung eines PDA/TPC-basierten Systems natürlich teuer, zudem teilweise in NRW jede Stadt einer Gebietskörperschaft das macht, was ihr passt und eine Einigung auf ein vernünftiges System schon an 35 Meinungen scheitern würde (so wie es bisher bei allen angestrebten Standardisierungen war, die die Qualität gehoben hätte...). Mal von dem Feuerwehr-Problem abgesehen, kommt erschwerend hinzu, dass man in Deutschland ohne Abitur und Zusatzqualifikationen zwar keine Kaufmännische Ausbildung mehr anfangen darf, dafür aber jeder Trottel von der Straße auf wehrlose Menschen losgelassen wird, so dass ich hoffe, bei einer akuten Erkrankung meinerseits in der ein oder anderen Stadt nach Möglichkeit noch über die Stadtgrenze kriechen zu können... - Abgesehen mal von Äußerungen wie "Das haben wir die letzten zwanzig Jahre auch nicht gebraucht!"

Aber keine Panik, es gibt trotzdem sehr viele gut ausgebildete (meist junge) Rettungsassistenten, die die Sache wieder retten, aber die Tendenz ist immer noch die zum schlechten.

Was PDA-Systeme angeht, besteht meiner Meinung nach einach keine Nachfrage (Bedarf aber sehr wohl), weil es einfach kein Träger beschaffen will! Die Einsatzmöglichkeiten sind großartig:

Übertragung der Einsatzdaten auf das Endgerät im Fahrzeug
automatische Routenberechnung durch ein eingebautes Navigationssystem.
Erfassung Einsatzrelevanter Daten (z.B. DIVI-Protokoll)
Nachschlagewerk wichtiger Medizinischer Daten (z.B. Pschyrembel, elektron. Notfalltaschenbuch, Rote Liste)
Zugriff auf wichtige organisatorische Daten (Betten- Fachabteilungsnachweis Krankenhäuser)

hobbybastler
01.04.2006, 20:47:27
Nun, ich kenne nicht die Organisation, in der Du fährst. Dort wo ich fahre sind mit einer Ausnahme alle Mitarbeiter Rettungsassistenten. Es wird sehr streng darauf geachtet, das nicht zwei zu frische RAs auf demselben Fahrzeug sitzen.
Zu den Einsatzmöglichkeiten eines PDAs im RD will ich die letzten zwei Punkte herausnehmen. Ein Bettennachweis über die Kreisleitstelle ist derzeit ja schon ein Problemfall, da die Krankenhäuser nicht immer mitspielen. Ob ein Pschyrembel in digitaler Form auf dem RTW nützlich ist bezweifele ich. Manche Notärzte wollen dann an der Einsatzstelle jede eventualität ausschliessen und vertrödeln dann an der Einsatzstelle eine halbe stunde. Diese halbe Stunde könnte aber beispielsweise beim HI das Fenster zur Lyse schliessen.
Dabei bin ich am Standort sehr gut angebunden an zwei Uni-Kliniken inkl. der Ableger mit sehr guten Fachkliniken. Oft genug schon erlebt, das ein Notarzt am zweifeln war ob eine Kathederisierung erforderlich ist, und in dieser Zeit der Patient schon längst auf dem Kathederplatz liegen könnte oder ein kardiologe ihm seine Zweifel abgenommen hätte. Solchen Ärzten an der Einsatzstelle noch einen Pschyrembel in die Hand drücken ? ich weiss nicht, evtl. auf der Fahrt zum Kathederlabor zum Schutz des Patienten...

Punkt 1 und 2 Deiner Liste stimme ich voll zu. Daten des 08/16 könnten so automatisiert in das Divi-Protokoll übernommen werden, Arzt und RTW-Besatzung würden nur noch ein Protokoll ausfüllen, durchgeführte autom. diagnostik wäre zweifelsfrei dokumentiert. Verzögerungen durch falsche Daten der Leitstelle wären ebenfalls protokolliert.

Ich hoffe irgendwie drauf, das Punkt 1-3 mit dem Tetra-Funk kommen könnte. Bandbreite und Datenfähigkeit ist ja schonmal gegeben. Fehlt noch eine vernünftige Software-Lösung. An der Navi-Lösung aus den Meldeempfängerdaten wird an meinem Standort gearbeitet/projektiert, allerdings noch in einem sehr frühen Planungsstadium. Bei dem Divi-Protokoll sind die Firmen die so etwas anbieten nur sehr gross in den Ankündigungen. So lange die keinen Preis nennen können sind das Luftnummern..

Aber ich schrieb oben ja schon... Ich denke in spätestens 7 Jahren...

Neo XL
02.04.2006, 09:08:57
Ich habe in den Kasseler Straßenbahnen seit einiger Zeit interessiert den Einsatz von Dell Axim mit WLan durch die Kontrolleure beobachtet. Früher kamen sie mit Post-ähnlichen Knüppeln, die eher einer Maschinenpistole anmuteten, jetzt mit diesen Geräten. Sicher mit einer Sondersoftware. Sieht schon moderner aus.
Warum also nicht für die Polizei? Wäre doch viel interessanter, in eine Kontrolle zu geraten... und man könnte mit den Polizisten über die Vor- und Nachteile der jeweiligen Geräte philosophieren :-)
Preislich sind die alten "Knüppel" sicher nicht günstiger.